Emsradweg 2011


Von Hövelhof nach Emden

1.Tag: Freitag 12.08. 2011 Von Mülheim nach Paderborn, von Paderborn nach Hövelhof

Warten bis Joachim von der Arbeit kommt, dann geht es los. Nein – Kaffee trinken umziehen, zur Toilette, dann geht es los. Wir satteln unsere Drahtpferde und starten. Bergab geht es bis zum Bahnhof. Fahrkarten ziehen und ab auf den Bahnsteig. Umgekehrte Reihenfolge der Wagons, prima , im Laufschritt ans andere Ende des Zuges, - geschafft! Im Abteil rücken wir alle ein wenig zusammen, die drei Jungs die auf dem Rückweg von Mallorca nach hause sind, einer von ihnen liegt fast auf dem Vorderrad meines geparkten Fahrrades, der andere dünstet neben mir Alkohol aus, der andere erzählt das er die nächsten Wochen wohl nur noch schlafen will und das tun sie dann auch. Und da ist auch der nette Kerl aus Krefeld. Der will mit Rad und Anhänger nach Dänemark in 2 1⁄2 Wochen. Die Leute steigen aus, andere ein, wir fahren bis zur Endstelle –Paderborn. Vor dem Bahnhof frage ich zwei junge Männer nach dem Weg nach Hövelhof. Die Antwort, da nimmse erstmal den Zug nach Bielefeld. Nee, mit dem Rad. Ja Ok, aber erstmal den Zug nach Bielefeld. Sie erklären uns dann den Weg bis zur nächsten großen Kreuzung, sie sind nicht von hier. Wir schaffen es aus Paderborn raus und radeln erstmal bis Schloss Neuhaus,
von Schloss Neuhaus dann Richtung Hövelhof. Keinen Kilometer hinter Schloss Neuhaus, platzt der Himmel. Es schüttet aus Kübeln. Zügig die Regensachen an, dann finden wir Unterschlupf im Haltestellenhäuschen. Dieses teilen wir mit einem anderen Radfahrer und einem Motorradfahrer. Ja, es ist eng. Zum Glück fährt der Motorradfahrer als es – scheinbar – ein wenig aufhört zu regnen. Musste er ja nicht. Es regnet weiter. So, nun kommt eine ältere Dame auf dem Rad daher. Pliseerock, Regenhäubchen auf und eine Kiste Wasser auf dem Gepäckträger. Sie sagt, Schittwetter, soll ich mal ein Foto von euch machen? Jau!
Sie erklärt uns noch zig Wege nach Hövelhof bis der Regen ein wenig nachlässt und wir weiter fahren. DANKE !
Wir fahren, entlang am Sennelager, gefühlte 100 km schnurgerade auf Beton rechts und links Natur pur und es nieselt immer noch. Gut schau ́n wir aus mit dem Käppi und der Regenpellerine. 4km vor Hövelhof fängt es dann doch noch einmal an zu regnen, richtig, alles andere hätte sich auch gar nicht gelohnt. Wir sind in Hövelhof und suchen das Hotel Brink.
Wir finden es auch und an der Tür steht: Betriebsferien Nun stehen wir da, nass und auch nicht mehr ganz so fröhlich. Wir wollen unsere Unterlagen rauskramen um nach zusehen wo hier noch ein anderes Hotel ist, da geht die Tür des Hotels auf. Kann ich ihnen helfen? Vor uns steht eine nette junge Frau. Wir suchen ein Zimmer für eine Nacht. Kann ich ihnen geben, aber kein Frühstück. Wir finden das supernett. Das Zimmer ist wunderschön.
Wir gehen ins Einstein, auch hier ist es schön und die Leute supernett. Das war schon mal ein Anfang.
Morgen geht es richtig los.




2.Tag: Samstag 13.08. 2011 Von Hövelhof nach Warendorf

Wir haben wunderbar geschlafen, die Zimmer toll, die Betten super. Aber jetzt raus aus den Federn, heute beginnt unsere Emstour. Betriebsferien,- keine Küche, kein Frühstück! Wir gehen in die Garage, holen unser Räder, packen alles auf und fahren zur Bäckerei. Ist ja nicht so das man nicht mobil ist. In der Bäckerei Jüde frühstücken wir, - lecker, alles! Dann soll es los gehen, aber ich brauche noch einen den ersten Stempel in meinem Rad-Wanderpass. Zu erhalten in den Beherbergungs.- oder Gastronomiebetrieben. Ja, Brink hat Betriebsferien, da ist niemand, Einstein hat zu. Ich gehe ins Reisebüro Voss, hier ist man supernett, kennt den Pass gar nicht, aber das Touristikbüro hat zu, hier werden auch Sachen „Rund um den Emsradweg“ verkauft also ist man hier der Meinung das man den Pass abstempeln kann. Das geschieht dann auch prompt. Die beiden Damen sind wirklich nett, sehr hilfsbereit und in keinster Weise stur – wir sind hier im Paderborner Land!!! Auch darüber lachen wir. Wie bekommen Hilfe, ein supernettes Gespräch und – unseren ersten Stempel. Joachim spricht während des Wartens mit einem Herrn, der ihm alles über den Emsradweg bis Rheda erklärt. Dann aber weiter muss, zum Optiker, weil er sich auf seine Brille gesetzt hat. Wir haben die Beschilderung des Emsradweges
gefunden und nun treten wir in die Pedalen. Die Wege sind hier sehr oft kerzengerade und lang. Wir fahren um das Steinhorster Becken und vor uns ein langer Weg. Irgendetwas liegt, sitzt oder steht auf dem Weg. Wir können es nicht erkennen, ist es eine Tier? Es ist zu weit weg, dann sehen wir es aber von weitem?!

Wir fahren weiter, bis Rietberg. Rietberg ist ein sehr schöner Ort. Im Cafe Münte trinken wir einen Kaffee. Nicht nur der Ort, nein das Cafe, von innen, das muss man gesehen haben. Es lohnt sich sicher hier einen Kaffee zu trinken oder Auch hier sind die Leute auch Mittag zu essen.
Supernett, wir bekommen nicht nur unseren 2. Stempel (Kreis Güterslohn) sondern auch jede Menge Information.
Weiter Richtung Rheda Wiedenbrück. Kurz vor Wiedenbrück, wie soll es auch anders sein, platzt der Himmel. Unter einer Brücke, dort stehen schon einige Radfahrer, können wir uns in Ruhe die Regenklamotten anziehen. Dann sind wir wieder eins mit der Natur und strampeln weiter. Auf der ganzen weiteren Fahrt gibt es nichts mehr wo man sich unterstellen kann, nur Natur, km um km. Und immer wieder Regenzeug an, Regenzeug aus. Wir werden überholt und wir überholen. Nach dem 2. großen Regenguss ist Schluss mit überholen, die anderen fallen zurück wir kämpfen alleine weiter. Nach 92 km kommen wir in Warendorf an.
Am Rande von Warendorf, wir stehen da und überlegen, hält eine ältere Dame und will uns helfen. Im Moment wissen wir eigentlich noch gar nicht wobei, doch sie lässt sich nicht abwimmeln. Dann fährt sie vor und will uns unbedingt zeigen wo man übernachten kann, danke! Vor dem Hotel Johann angekommen, redet sie noch auf uns ein, dann ist sie weg. So, jetzt setzen wir uns erstmal in den Biergarten von Darup und trinken ein Bier. Die Wirtsleute, die mitbekommen haben das wir ein Zimmer suchen, telefonieren um uns ein Zimmer zu besorgen. Zu guter Letzt landen wir im Emshof. Nun ja, der Emshof ist schon ziemlich speziell. Wir stellen unsere Räder in der Garage ab, die Küchenfrau zeigt uns unser Zimmer. Wie beschreibt man das jetzt, ich glaube in den 70 zigern gab es so etwas, oder gab es so etwas überhaupt? Im 2. Stock, großer Flur, breite Treppen, kein Bild an der Wand, dann brauner Teppichboden. Das Zimmer, Teppichboden (70 ziger) Bett mit Überbau, Matratzen (70 ziger), kein einziges Bild an der Wand. Badezimmer: Badewanne, Spülstein, Toilette. Ich möchte das nicht weiter erzählen. Wir machen uns frisch und gehen essen. Das essen ist lecker, wir bestellen uns noch ein Bier, aber da wird die Theke auch
schon geputzt, es ist Samstagabend fast 21:30 h.



3.Tag: Sonntag 14.08. 2011 Von Warendorf nach Emsdetten

Frühstück im Emshof. Nein, ich werde mich jetzt nicht mehr über den Emshof auslassen oder gar über das Frühstück, die Nacht war schlimm genug. Und doch haben wir im Frühstücksraum nette Leute kennen gelernt. Sie sind genau wie wir gestern 92 km gefahren. Und heute? Der Wetterbericht ist grausam, es soll den ganzen Tag regnen. Und jeder Wetterbericht sagt das, sonst können wir uns einen aussuchen, wenn er besser ist . Heute haben wir einfach keinen andere Möglichkeit als ihn hin zu nehmen. Das Ehepaar vom Frühstück schaut sich erstmal Warendorf an bevor sie losfahren. Wir fahren sofort los, ist ja egal wann man nass wird. Wir verabschieden uns, vielleicht sieht man sich ja mal wieder. Und es regnet!
Alles gut festgeschnürt und mit Überziehern vor Regen geschützt, das Gepäck. Kap und Käppi auf den Kopf und den Regenponcho oben drüber starten wir- und es regnet. Den ganzen Tag Poncho an Poncho aus. Aber dann, dann kommt noch Wind dazu. Was ist eigentlich schlimmer, Regen Wind oder Berge? Heute finde ich keine Antwort. Wir kommen nach Telgte. Im Cafe am Marktplatz – ein ganz tolles Cafe, es ist nicht nur ein Cafe, Cafe und mehr...... und das ist auch so. Die Leute sind supernett, der Kaffee klasse und Joachim sagt, der Kuchen schmeckt prima.
Dann geht es weiter und – es regnet. Es regnet, es ist windig und es ist anstrengend. Trotz allem haben wir heute 60 km geschafft als wir in Emsdetten ankommen. Wie jeden Abend, Zimmer suchen. Wir fahren zum Marktplatz, da ist heute Gourmetfest. Wir trinken einen Kaffee und telefonieren. Im Hotel-Restaurant-Dichtler bekommen wir das letzte Doppelzimmer. Toilette und Dusche sind auf dem Gang, die Monteure sind da. Ach so, egal, nehmen wir. Wir bereuen es nicht, die Wirtsleute sind Originale, nordischer Charme und herzensgut. Das Fahrrad kommt in den Keller, sonst habt ihr morgen 2. Das Gepäck wird nach oben gebracht. Das Zimmer total nett mit Dachterrasse.
Das man hier nicht gedrückt wird bevor man ins Bett geht ist alles. Hier bekommt jeder Gast was er möchte, solange es machbar ist. Wir duschen, essen im Lokal und dann gehen wir noch ein wenig ins Städtchen.
Geht’s Dir gut?
Son bischen wooohl!!


4.Tag:Montag 15.08. 2011 Von Emsdetten nach Meppen

Supergut geschlafen, wir gehen frühstücken. Das Frühstück: 7 Brötchen, Eier, Wurst, Käse, Marmelade.......mehr als reichlich. Unsere Frau Dichtler: Was sie nicht aufessen wird mitgenommen (sie bringt uns Alu-folie). Ist doch lecker so ein Brötchen auf der Hand wenn man auf der Bank sitzt und Pause macht. Stellen sie sich mal vor ich muss das dann alles in die Biotonne geben. Wir erfahren noch einiges über die Familie und sehen Fotos von der Gaststätte wie sie zu Weihnachten geschmückt wird. Es ist schon sehr familiär hier, man fühlt sich wohl. Herr Dichtler hat unsere Räder sauber gemacht, er sagt sie sahen schlimm aus nach dem Regen. Und das alles mir Schlips und Kragen. Nach einer sehr netten Verabschiedung bringt uns Frau Dichtler noch zum Emsradweg. Sie sagt er sei schwer zu finden, sie hätte auch schon mit der Stadt gesprochen, das man doch vernünftige Schilder aufstellen solle. Das Ehepaar Dichtler ist über 70. Allein fahren wir weiter. Gerade sage ich noch wie schön die Wege hier sind, da kommen wir um eine Biegung und da ist er der Berg des Tages. TATA, er hat 7% und führt direkt in den Himmel. Mein Mann meint es sei ein Hügel, ich für meinen teil stehe nicht drauf, ich brauche diese Art von Hügel oder auch Berg nicht. Und er ist mir auch zu lang.

Oben angekommen muss ich erst einmal verschnaufen. Es hat was, aber erst wenn man oben ist. Hier gibt es eine Aussichtsplattform, oder besser gesagt ein Aussichtsgestell oder so was. Hier steht nicht umsonst betreten auf eigne Gefahr, wir tun es. Und,- ein Steinbruch:
DA:

Von hier aus geht es ziemlich steil runter. Mit 30 km/h, so macht Radfahren spaß. Dann geht es ein wenig die Promenade entlang, es schlängelt sich immer wieder durch Dämmerwälder feucht und kalt, dann am Kanal entlang, dann mal wieder eine Steigung 9% ist eine Steigung, davon lassen ich mich nicht abbringen. Heute ist das Wetter sehr schön, wir versuchen durch einen Ort zu kommen in dem die Geschäfte auch auf haben. Wir wollen Wasser kaufen. Aber irgendwie gelingt es nicht. Irgendwann, ich habe großen Durst, schelle ich auf einen Hof an. Die Leute sind sehr nett. Hier erfahre ich auch das Montag hier alles zu hat, sie füllen uns unsere Wasserflaschen. Wir fahren weiter, es kommt noch eine sehr schöne Stecke. Am Fluss, oder Kanal entlang, wir sehen Schleusen und alles ist schön. Da kommen wir um eine Kurve, eigentlich nichts schlimmes, aber hinter dieser Kurve verbirgt sich eine Steigung, eine richtige Steigung. 20% und mehr, da ist selbst das schieben (drücken) anstrengend.
Wir kommen aus dem Nichts auf eine große Kreuzung, große Straßen aber keine Autos. Dann kommt eine scheußliche Stecke, Kühltürme, Schlote, Fabriken, Schichtwechsel, Bahngleise, Umleitungen. Irgendwie beängstigend und überhaupt nicht schön. Wir kommen wieder an den Kanal/Fluss? Ich nenne es einfach mal Wasser. Es wird dunkel und dunkler. Wir fahren vom Weg ab, da kommt ein Cafe, schnell rein. Hier trinken wir einen Kaffee, essen ein Stück Kuchen und warten den heftigen Regen ab. Dann geht es weiter. Durch die Innenstadt, am anderen Ende ist ein Fahrradgeschäft, hier kaufen wir Kettenfett. Unsere Räder haben schon einiges mitgemacht. Nachdem wir die Ketten eingefettet haben geht es ab wie Schmitts Katze. Heute wollen wir noch nach Meppen, Meppen ist immer unterschiedlich weit weg. Mal 19 km , mal 20km und dann, wenn man ca. 10 km gefahren ist, auch mal 24 km. Irgendwann, nach 82 gefahrenen km kommen wir in Meppen an.
Wie jeden Abend suchen wir uns eine Schlafgelegenheit sprich ein Hotel. Wir rufen bei Pöker an, nein, das ist nicht unsere Preisklasse .... mit Frühstück? Ok, wir checken ein. Durch das Städtchen über die Brücke und schon sind wir da. Schön hier! Wir bringen unsere Räder in die Garage und dann aufs Zimmer, duschen und dann wollen wir noch ein wenig in den Ort. Nun sitzen wir hier in der Bur ́n Schenke, haben gerade gegessen und danach trinken wir einen Maikäferflugbenzin! 16 Kräuter, 45%


5.Tag: Dienstag 16.08. 2011 Von Meppen nach Papenburg

Gestern Abend, wir kommen ins Hotel, in der Bar sitzen die beiden netten Leute die wir schon in Warendorf getroffen haben. Wir freuen uns total dass wir uns wieder treffen und trinken ein Glas zusammen. Heute morgen treffen wir uns beim Frühstück, Sabine und Hermann wollen sich noch die Altstadt ansehen und Fotos machen. Leider ist es mal wieder sehr bedeckt. Heut früh um 6:00 Uhr sah der Himmel wunderschön aus, was man jetzt leider nicht mehr sagen kann. Wir verabschieden uns. Wenn es so sein soll, dann sehen wir uns bestimmt wieder. Wir wollen in Haren das Schifffahrtsmuseum besuchen, also los. Am Ortseingang ist ein nettes Cafe, dort trinken wir einen Kaffee. Dann geht es los. Wir fragen 2 Teenys nach dem Weg, aber sie können vor lauter gibbeln kaum reden. Wir finden das Museum, aber es mach erst um 15:00 Uhr auf. Die Leute da sind auch nicht die nettesten, wir machen ein Fotos, dann fahren wir weiter.
Kurz vor Lathen treffen wir Sabine und Hermann wieder, es ist total verrückt. Die Beiden haben sich den Dom angesehen, wir waren am Museum und nun treffen wir uns hier. Sie wollen nach Lathen etwas essen, wir fahren weiter. Wir fahren eine ganze Weile am Kanal entlang, eine schöne Strecke. Hinter Lathen machen wir eine Brotzeit. Nachdem wir weiter gefahren sind, kommt eine ziemlich wellige Strecke, sie macht aber auch jede Menge Spaß. Wellenreiten. Mit 30 hm/h rauf und runter, es macht riesig Spaß, Dann kommt ein Hafen in Sicht, wir überlegen kurz ob wir hier nicht einen Kaffe trinken sollten, da entdecken wir Sabine und Hermann. So, jetzt ist Schluss, wir tauschen unsere Handy Nummern aus, in Papenburg wollen wir uns treffen.


Dann kommt eine eher schlecht Stecke. Sie ist holprig, matschig und voll mit Schlaglöchern. Irgendwann ist gut, wir fahren raus, das heißt, wir verlassen die vorgegebene Strecke. Aber natürlich nicht nur so, wir wollen uns in Heede eine 1000. jährige Linde ansehen.
Sie wird auf 800 bis 1000 Jahre geschätzt. Ein wahrhaft beeindruckendes Naturdenkmal mit etwa 18 Meter Umfang des Stammes, der sich in 12 Einzelstämme teilt. Dann geht es weiter, der Weg wir ein wenig besser, aber auch welliger. Bevor wir nach Papenburg rein fahren, kommen wir durch ein sehr schönes Biotop. Es ist kühl und ein wenig gespenstisch. Dann sind wir in Papenburg. Wir hatten uns ein wenig verfahren, aber wir haben es geschafft. Die Suche nach einem Hotel gestaltet sich ein wenig schwieriger als sonst. 2 Hotels in denen wir nachfragen sind schon belegt. Uns wird das Comfort Hotel empfohlen es liegt etwas außerhalb. Wir fahren hin. Vor dem Eingang stehen 2 Fahrräder, die kennen wir doch! Wir gehen rein, an der Rezeption stehen Sabine und Hermann! So, heute Abend werden wir etwas zusammen unternehmen. Für die Beiden ist hier Schluss, sie müssen zurück nach hause. Wir sagen bis später, wir rufen uns an.
Doch- wie das Schicksal es will, wir treffen uns in der Stadt wieder!
Wir gehen zusammen essen, reden, bis das Lokal schießt.


5.Tag: Mittwoch 17.08. 2011 Von Papenburg nach Emden

Wie jeden morgen stehen wir so gegen 8:00 Uhr auf. Wir frühstücken mit Sabine und Hermann, danach wollen wir zur Frederike, das ist das Informationsschiff von Papenburg. Dort kann man sich Karten holen. Wir würden gerne die Meyer Werft besichtigen. Alle Termine ausgebucht – Schade.
Zurück zum Hotel, wir holen unser Gepäck und unsere Räder. Wir treffen noch einmal Sabine und Hermann, die vom Bahnhof kommen. So – jetzt verabschieden wir uns noch einmal, dann geht es los. Bis man mal morgens so geschmeidig auf dem Rad sitzt, das dauert. Jeden morgen den gleichen Schmerz. Wir kommen an der Meyer Werft vorbei, sie ist auf der anderen Seite uns trennt das Wasser. Viel sehen wir nicht.

Dann fahren wir mal wieder. Auf der Dortmund Ems Route fahren wir weiter. Es ist super, das erste mal seit wir losgefahren sind scheint die Sonne, es ist herrlich. Wir kommen zur Friesenbrücke.
Die Friesenbrücke ist eine Brücke über die Ems in Ostfriesland. Das 1924 bis 1926 ausgeführte 335 Meter lange Bauwerk aus Stahl ist gleichzeitig die längste Klappbrücke der Eisenbahn in Deutschland.
Die einzigen Verbindungsschrauben an der Friesenbrücke zum Herausnehmen des Mittelteils Für die Sportschifffahrt und für manche Fahrzeuge der Berufschifffahrt muss die Brücke geöffnet werden, wofür aufgrund der veralteten Technik mindestens 30 Minuten in Anspruch genommen werden müssen. Die Durchfahrtsbreite der Schifffahrtsöffnung beträgt nur 25 Meter, was für die meisten Kreuzfahrtschiff-Neubauten der Meyer Werft nicht mehr ausreicht. Daher wird bei einer Neubau-Überführung nach dem Öffnen des beweglichen Teils der daneben liegende Stromüberbau durch einen Schwimmkran ausgehängt, zusätzlich dessen Anschlussbauteil gelöst und über den folgenden Überbau geklappt. So entsteht eine zweite, breitere Durchfahrt neben der eigentlichen Schifffahrtsöffnung. In diesem Zustand kann die Brücke nicht mehr geschlossen und der Zugverkehr muss durch Busse ersetzt werden.

Weener - Die AIDAsol, das neue Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft, ist auf ihrem Weg zur Nordsee. Das 252 Meter lange Luxusschiff schlängelte sich bei herrlichstem Wetter problemlos über die Ems, auch vorbei an dem kleinsten Nadelöhr, der Friesenbrücke in Weener. Etwas früher als erwartet, gegen 9 Uhr passierte das Schiff Weener und kam am Abend ohne Kratzer wohlbehalten in Emden an. Das war im März 2011.

Wir überqueren die Brücke und fahren auf der andern Seite weiter. Wir fahren durch Weener und statt uns an die Route zu halten, folgen wir der Beschilderung – böse Falle, es ist die Inlandroute, ganz böse. Bis jetzt haben wir immer gedacht gerade können die. Weil – hinter jeder Kurve es km lang schnurgerade weiter geht. Doch ab jetzt wissen wir was Weite ist.
Seit über einer Stunde sehen wir die Straße neben der wir irgendwann einmal fahren müssen, aber wir erreichen sie nicht.
Und, - die Beschilderung macht einem auch Mut. Mal sind es 12 km die man noch zu fahren hat, dann 16 km, dann vielleicht auch wieder 20 km und – nein wir haben uns nicht verfahren.
In Bingum kommen wir wieder auf die Radroute. Wir machen eine Rast, trinken und essen etwas bevor es weiter geht. Zuerst wird es ein wenig wellig, dann kommen wir zum Deich. Für kurze Zeit haben wir den Wind von hinten, ein tolles Gefühl. Dann eine lang gezogenen Kurve und 46 km den Wind von vorne und die Sonne, kein Baum, kein Strauch (den man auch mal bräuchte). Dafür aber Jengum, Midlum, Critzum, Hatzum und dann endlich Ditzum.

Ditzum hat mal den 1. Preis für „unser Dorf soll schöner werden“ bekommen! Es ist auch schön hier!
Wir gehen zur Information, die Fähre nach Petkum geht in 5 Minuten. Die nach Emden haben wir um 10 Minuten verpasst. Irgendwie lassen wir uns drängen und plötzlich stehen wir vor der Fähre. 2 Rentner, 2 Studentinnen sagt der Schaffner, dann sind wir drauf. Noch ein paar Räder, dann noch 2 Autos, viel Platz ist nicht mehr, aber der Kapitän hat alles im Griff. Er sitzt oben in seinem Führerhäuschen und gibt Anweisungen: immer 2 Räder nebeneinander, die Räder anders herum, die, die jetzt auf das Schiff kommen auf die andere Seite... näher ran, gut!
So geht das bis sich keiner mehr bewegen kann, noch 2 Autos, dann geht es los. 2 Kilometer Dann geht es auch schon wieder runter von der Fähre.
Von diesem netten Herrn bekommen wir einen Tipp wie wir schnell nach Emden kommen. Es sind ungefähr 6 km. Wieder geht es gegen den Wind, nur noch rauer. Wir sind an der Mündung der Ems in die Nordsee.
Wir sind ziemlich kaputt als wir in Emden ankommen. Die letzte Etappe war doch ziemlich anstrengend.
Emden gefällt uns nicht wirklich und die Leute sind nicht gerade nett. Dann haben wir auch noch unsere Unterlagen im Hotel in Papenburg vergessen. Wohin ? Wir fahren durch zum Bahnhof, schließlich haben wir es geschafft!!!! Wir sind in den letzten 5 Tagen 410 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren. In einer Stunde kommt der Zug, wir müssen dann noch in Münster umsteigen – egal – um 23 Uhr waren wir zuhause. Es war sehr schön, eine ganz tolle Erfahrung und wir haben auf der ganzen Strecken immer wieder ganz wunderbare Menschen kennen gelernt.

Frau Brink
Die Mitarbeiter des Reisebüro Voss
Den netten Herrn von der Rezeption im Comfort Hotel
Eheleute Dichtler
Die vielen netten Leute die uns auf den Wegen weiter geholfen haben.



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